lmenau – Zur 38. Patinfo treffen sich derzeit 350 Teilnehmer und 40 Aussteller in der Festhalle in Ilmenau. Mit einem zweitägigen, voll ge- packten Programm kommt die Messe mittlerweile an ihre Grenzen. Doch Ausweichräume für die wichtige Austausch-Plattform gibt es in Ilmenau kaum. „Es bietet sich nur noch der Audimax an und der ist für zwei Tage während der Vorlesungszeit nur schwer zu besetzen“, sagt Ricarda Bonitz, stellvertretende Vorsitzende des Landespatentzentrums Paton.

Dass man dennoch in der Festhalle in Ilmenau bleibt, sei ein Bekenntnis an die Stadt und den TU-Standort. „In Arnstadt, Jena oder Erfurt wären wir nur irgendeine Fachmesse. In Ilmenau aber haben wir die passende Atmosphäre, die Nähe zur TU und einen attraktiven Tagungsstandort, den unsere Gäste mehr als loben“, sagt Bonitz und macht damit auch deutlich, dass dem Paton wie auch der Universität viel an der Sanierung der Festhalle liegt. „Wir sind sehr an einem Ausbau interessiert.“

Ein umfangreicher Katalog zur Patinfo, dem Kolloquium der TU Ilmenau über Patentinformationen und gewerblichen Rechtsschutz, be- gleitet indes die Besucher durch die Festhalle. Schwerpunkt ist in diesem Jahr das Thema „Big Data – Chancen und Herausforderungen“.

Die Eröffnungsvorträge am Donenrstag gaben einen ersten Einblick in dieses Themenfeld. In seiner Begrüßung machte Rektor Peter Scharff deutlich, dass sich die Herausforde- rungen im Patentrecht mit 10,2 Mil- lionen Schutzrechten geändert haben. Diese riesige Datenmenge zu sichten, ordnen, bewerten und recherchieren, habe die Branche von den Anfängen vor 120 Jahren, in der Patente händisch bearbeitet wurden, weit weg geführt. „Mehr denn je ist eine Verknüpfung von Patent- und Markendaten unbedingt nötig“, ap- pellierte er an die Anwesenden und gab zu, dass viele Universitäten auf diesem Auge noch blind seien. Scharff sieht die TU nicht nur in der engen Zusammenarbeit mit dem Paton aber auf einem guten Weg, Forschungsergebnisse marktfähig in die Industrie und Wirtschaft zu tragen. Schon weil die Ergebnisse steuerfinanziert erreicht wurden, sei es die Pflicht einer Universität, sie patent- geschützt in Umlauf zu bringen. Tim Pohlmann, Gründer des Berliner Start-ups IPlytics, hat aus den riesigen Datenmengen eine Geschäfsidee entwickelt. “Er ist einer der wenigen, die erkannt haben, wie man PAtentdaten intelligent mit dem Markt verknüpft”, staunt Bonita über die Idee des Start-ups. “Wie stark ist mein Unternehmen?

 

Wo stehe ich mit meinen Innovationen? Was sind die Trends? Wer ist meine Konkurrenz? Wer ein Geschäft führt oder gründen oder in- vestieren will, der muss sich das fra- gen“, erklärt Pohlmann seinen Ansatz. Er entwickelte ein Werkzeug, das mittels einer Stichwortsuche Daten einordnet, bewertet und analytisch aufdröselt. Der Nutzer muss nicht Unmengen an Daten recherchieren und lesen, sondern bekommt sie analysiert und übersichtlich ausgewertet.

Das ist eine Art, Datenmengen im Terabyte-Bereich zu bearbeiten. Auch das Patent- und Markenamt in München muss diese Mengen hän- deln. Wie es gelingt, stellte die Präsi- dentin Cornelia Rudloff-Schäffer vor. Vor allem die asiatischen Patentdaten stellten das Amt vor neue Herausforderungen. Ihr Vortrag machte deutlich, dass Big Data nur global zu denken und zu bearbeiten sind und „Rohstoff für die wirtschaftliche Wertschöpfung“ seien, vor allem mit Blick auf die Industrie 4.0.